Wie man unsterblich wird - Jede Minute zählt

von Sally Nicholls

Das Buch „Wie man unsterblich wird- Jede Minute zählt“ von Sally Nicholls wird schon auf der Rückseite des Covers kurz aber sehr  treffend wiedergegeben. „Mein Name ist Sam. Ich bin elf Jahre alt. Ich sammle Geschichten und interessante Tatsachen. Wenn du das hier liest bin ich vermutlich schon tot.“- damit ist schon eine ganze Menge über das Buch gesagt. Aber noch längst nicht alles.

Sam ist bereits im Alter von sechs Jahren zum ersten mal an Leukämie erkrankt. Doch nun als elfjähriger weiß er sicher, dass er bald sterben wird. Seine Lehrerin regt ihn dazu an ein Buch zu schreiben und das tut Sam dann auch. Er beginnt, Listen über Dinge zu führen, über die er sich Gedanken macht, wie zum Beispiel Dinge, die er gern tun würde bevor er stirbt. Allerdings beschränkt er sich dabei nicht nur auf mögliche Dinge. Zwar wünscht er sich irgendwann eine Rolltreppe verkehrt herum zu gehen, aber auch die Erde vom Weltall aus zu sehen. Sams bester Freund Felix, der ebenfalls krank ist, überredet ihn dazu, diese Dinge, die auf den Listen stehen wirklich zu tun. Und so erleben sie gemeinsam so einige kleine Abenteuer, auch, wenn sie bei der einen oder anderen Idee etwas schummeln müssen. 

Außerdem macht Sam sich in seinem Buch auch viele Gedanken zu Fragen, die wohl jeden schon irgendwann einmal beschäftigt haben, wie zum Beispiel „Wohin geht man, wenn man gestorben ist?“. Und natürlich schreibt er auch die Geschichten und Tatsachen auf, die er ja so sehr liebt. Obwohl auf viele von Sams Fragen keine genaue Antwort gegeben werden kann, liefert er doch viele interessante Lösungsansätze. Durch viel Gefühl und Humor ist die Geschichte um Sam auch nicht langweilig. Und wann immer auch etwas Trauriges geschieht, so passiert doch immer auch noch etwas, wodurch der Leser dem ganzen doch noch etwas Gutes abgewinnen kann. Dieses Buch zeigt die positiven und negativen Seiten des Lebens, die Auswirkung einer Krankheit auf verschiedene Bereiche und, dass der Tod ein Teil des Lebens ist und man deswegen nicht aufhören sollte zu leben. 

Ich empfehle dieses Buch Lesern, die älter als 14 Jahre alt sind. Wer einmal angefangen hat Sams Geschichte zu lesen wird das Buch kaum wieder aus der Hand legen können, da man unbedingt wissen möchte, was als nächstes geschieht. Und so manchem Leser wird dieses Buch noch viel Material zum Nachdenken geben - auch nach der letzten Seite.


Das Lied von Eis und Feuer: Die Herren von Winterfell

von George R.R. Martin

Der erste Teil des Fantasy- Epos „Das Lied von Eis und Feuer“ mit dem Titel „Die Herren von Winterfell“ von George R.R. Martin handelt von der Familie um Lord Eddard Stark, die in einem mittelalterlichen Königreich, genannt die „Sieben Königslande“ auf der Burg Winterfell lebt, jedoch durch unglückliche Zufälle und Intrigen über das ganze Königreich verteilt wird.
Lord Eddard Stark, genannt Ned, lebt gemeinsam mit seiner Frau Catelyn, ihren Kindern Robb, Brandon, genannt Bram, Rickon, Sansa und Arya, sowie seinem Bastardsohn John Schnee auf der Burg Winterfell, die im kalten Norden der Sieben Königslande liegt. Der Leser merkt schnell, dass Ned ein gerechter, ehrlicher Mann ist, der immer im Sinne seiner Untergebenen handelt. Als er schließlich von seinem alten Freund, dem jetzigen König Robert, gebeten wird die „Rechte Hand des Königs“ zu werden, also sein engster Berater und Stellvertreter, nimmt Ned nur sehr widerwillig das Angebot an. Noch während sie auf Winterfell sind wird ein Mordanschlag auf seinen Sohn Bram ausgeübt, der jedoch scheitert. Ohne der Sache weiter nachgehen zu können muss Ned die Burg verlassen um gemeinsam mit seinen Töchtern Sansa, der Verlobten des Thronfolgers, und Arya in den Süden zu reisen um dort gemeinsam auf der Burg des Königs in Königsmund zu leben, und zu herrschen. Immer wieder sucht er nach Hinweisen darauf, wie sein Vorgänger so plötzlich starb und wie das alles mit Bram zusammenhängen könnte. Währenddessen leben Neds Frau, sowie Robb, Rickon und Bram weiterhin auf Winterfell. Der nur 14-jährige Robb muss die Geschäfte seines Vaters auf der Burg übernehmen und an seiner Stelle über die Probleme der Untertanen richten, zuerst mit Hilfe von Catelyn. Doch als diese schließlich einen Hinweis auf die Strippenzieher hinter dem Mordanschlag auf Bram findet verlässt sie die Burg um diesen nachzugehen. Bald schon wird klar, dass das Königreich von einem schwachen König regiert wird, der sich lieber um seine Feste kümmert als um sein Reich und, dass während langsam klar wird, dass die Mauern und die „Nachtwache“, zu der John Schnee nun gehört und, die das Königreich von Gefahren von Außen schützen soll, nicht stark genug sind um ihren Aufgaben nachzugehen, die Feinde der Krone inner- und außerhalb immer stärker und gefährlicher werden und es nur eine Frage der Zeit ist bis nicht nur Eddard Stark und seine Familie, sondern die gesamten „Sieben Königslande“ in großer Gefahr schweben.

Der erste Teil der großen Saga, die in der Serie „Game of Thrones“ verfilmt wurde ist meiner Meinung nach genau das: ein Anfang. Im Original soll die Reihe später aus sieben Büchern bestehen, von denen sechs bereits geschrieben wurden. Diese wurden im Deutschen noch einmal in jeweils zwei Teile geteilt, sodass am Ende statt der sieben Teile wie im Englischen 14 Teile mit jeweils um die 500 Seiten die gesamte Reihe ausmachen. Dementsprechend lang ist natürlich auch die Einführung in diese fantastische Welt. Im Grunde ist der gesamte erste Band eine Einführung um die Personen und die Art und Weise wie dieses Königreich aufgebaut ist zu verstehen. Der Sprachstil ist zwar der mittelalterlichen Umgebung angepasst, jedoch gut verständlich, wohingegen die Namen der Charaktere manchmal etwas verwirrend sind, was allerdings vor allem daran liegt, dass es sich um eine so große Menge an Personen handelt. 
Auch wenn der Leser schon erahnen kann, dass sich in den folgenden Bänden noch so einiges tun wird, auch im übernatürlichen Bereich, so ist „Die Herren von Winterfell“ doch noch sehr ruhig und es wird hauptsächlich mit Andeutungen auf das Kommende gearbeitet. Obwohl der erste Band noch recht ruhig ist spürt man die aufkommende Spannung und hat eigentlich immer Lust zum Weiterlesen. Wer jedoch an ausufernden Dialogen interessiert ist wird eher enttäuscht sein, dafür sind die Stammbäume der Familien so komplex und gut durchdacht, dass man George R.R. Martin sofort vergibt, dass er, obwohl der erste Teil auf Englisch bereits 1996 erschien, noch immer am finalen siebten Band schreibt und so seinen Lesern doch sehr viel Geduld abfordert. Martin schreibt neutral, wobei er in jedem Kapitel immer einem anderen Charakter folgt und sich so der Blickwinkel im Laufe des Buches immer wieder ändert und zwischen Feinden und Freunden wechselt. Ich würde dieses Buch erst Lesern ab 16 Jahren empfehlen und in erster Linie Lesern, die Zeit haben, da es wie bereits erwähnt sehr viele Bücher sind, die zu dieser Reihe gehören und die Geschichte, wie man schon im ersten Teil deutlich erkennen kann, sehr komplex und mit vielen parallel verlaufenden Handlungssträngen sein wird. Außerdem sollten große Pausen zwischen den einzelnen Bänden vermieden werden um die Einzelheiten noch im Gedächtnis zu haben. Wer mittelalterliche, fantasievolle Geschichten mit vielen Intrigen rund um Macht und Herrschaft mag wird dieses Fantasy- Epos, das immer wieder auf Bestsellerlisten weltweit zu finden ist, lieben.